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1. Einleitung

1974 stand der Architekturdozent Ernő Rubik in Budapest vor einem Problem. Er wollte seinen Studierenden erklären, wie sich dreidimensionale Strukturen im Raum bewegen lassen. Modelle aus Papier oder Holz waren entweder zu instabil oder verloren beim Drehen ihre Form.

Also begann er zu experimentieren.

Rubik baute aus kleinen Holzwürfeln ein Gebilde, das durch Gummibänder zusammengehalten wurde. Sein Ziel war zunächst nicht ein Spiel, sondern ein mechanisches Modell: Ein Würfel, dessen Teile sich unabhängig voneinander drehen lassen – ohne dass die Gesamtstruktur auseinanderfällt.

Als der erste Prototyp fertig war, mischte er die Farben.

Und dann passierte etwas Unerwartetes: Er stellte fest, dass er selbst nicht mehr wusste, wie er den Würfel in seinen ursprünglichen Zustand zurückbringen sollte. Wochenlang tüftelte er an einer Lösung. Schritt für Schritt entdeckte er dabei, dass hinter dem scheinbar chaotischen Durcheinander eine klare Systematik steckt.

Erst später erkannte Rubik, dass aus seinem Lehrmodell ein Puzzle geworden war. 1975 meldete er den „Zauberwürfel“ in Ungarn zum Patent an.

Einige Jahre später schuf der britische Mathematiker David Singmaster ein einheitliches System zur Beschreibung der Drehungen – die Notation, die heute weltweit verwendet wird.

Eine Szene - große Wirkung

Meine persönliche Erfahrung begann 2018: Nachdem ich den Biopic-Film „Snowden“ von Oliver Stone gesehen hatte, blieb mir eine Szene besonders im Gedächtnis: Snowden - oder eher Joseph Gordon-Levitt - sitzt scheinbar beiläufig da, dreht einen Zauberwürfel in seinen Händen, doch hinter der Fassade gerät er innerlich ins Schwitzen. Diese Mischung aus Rätsel, Strategie und versteckter Botschaft ist so griffig, dass ich selbst zum ersten Mal einen Würfel gekauft habe.

Warnung: Die Message des Films ist ambivalent: Edward Snowden gilt als libertärer Aktivist, der nach Russland floh. Oliver Stone steht Verschwörungstheorien nahe.

Nachdem ich meinen ersten Würfel ausgepackt hatte, spielte ich ein wenig damit herum und probierte ein paar Züge aus. Danach war ich komplett orientierungslos – ganz wie Ernő Rubik damals.

Ich habe mir etwa zwei Dutzend Cubing-Webseiten und YouTube-Videos angeschaut – einige waren gut, andere weniger. Doch alle hatten Schwächen.

Der virtuelle Würfel

Der virtuelle Würfel dient nicht als Ersatz für einen echten Würfel, sondern vor allem dazu, die Lösung Schritt für Schritt zu vollziehen.

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Für das Training empfehle ich einen realen Zauberwürfel. Die Preise variieren: Ein günstiges Modell kostet etwa 12 €, hochwertigere Modelle liegen bei rund 35 €.

Sehr billige Würfel haben häufig Nachteile: Sie sind schwergängig oder neigen dazu, sich bei schnellen Drehungen leicht zu verhaken. Im schlimmsten Fall kann sich ein Stein verschieben – dann muss der Würfel zunächst wieder korrekt zusammengesetzt werden.

Zwei Wege

Ich zeige euch die leichte Methode und die schwere Methode (im Ausbau).